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Frauen und Finanzen: Eine Frage des Selbstvertrauens?

Frauen und Finanzen: Eine Frage des Selbstvertrauens?

Nur jedes zehnte Start-up in der Schweiz wird von einer Frau gegründet – obwohl die Schweizer Gründerszene boomt, schreibt Camille Kündig auf Watson. In Europa liegt der Anteil an weiblichen Gründern laut dem European Startup Monitor (Stand 2016) bei 14,8 Prozent – gegenüber 10,8 Prozent in der Schweiz. Da ist das Land also kein Masstab in Sachen Fortschrittlichkeit.

Was sind die Hintergründe? Trauen sich die Frauen nichts zu? Fakt ist: Die meisten Start-ups werden in schnellen und sehr innovativen Wirtschaftszweigen gegründet, zum Beispiel Finanzen, Fintech und IT. In jeder dieser Branchen ist die Zahl der Frauen noch übersichtlich. Deutlich mehr Frauen sind in Bereichen wie Gesundheit, Dienstleistungen, Food & Beverages oder in der Kreativwirtschaft vertreten.

Es gibt Hinweise, dass Unternehmerinnen selbstbewusster auftreten könnten, wenn es darum geht, Investoren zu überzeugen, um letztlich das notwendige Geld zu erhalten, schreibt Camille Kündig in ihrem Artikel. Doch woher sollen Schweizer Frauen ihr Selbstbewusst sein nehmen? In Schweizer Familien galt lange der Ehemann als Verwalter des Geldes und Haushaltsvorstand. Erst seit 1988 ist eine Ehe nach dem Grund-satz der Gleichberechtigung von Frau und Mann aufgebaut. Zuvor galt noch die sog. Kaufehe: Der Mann erwarb die Verfügungsgewalt über die Frau mittels Brautpreis. Quelle: Wikipedia

Wie Frauen nicht nur finanziell unabhängig und erfolgreich wirtschaften und auch ein Land selbstbewusst aus einer Finanzkrise führen können, zeigt das Beispiel Island. 2008 gehen drei Banken auf Grund risikoreicher Kreditgeschäfte pleite, die Währung stürzt ab, viele Jobs gehen verloren. Dass sich Island von dieser Katastrophe wieder erholt hat, ist Frauen wie der Wirtschaftsprofessorin Katrín Olafsdóttir zu verdanken. Neben ihrer Arbeit an der Universität sitzt sie in einem Komitee der isländischen Zentralbank, das die Währungspolitik überwacht.

Neun der 19 höchsten Posten der Zentralbank sind heute mit Frauen besetzt. Überall, wo viel Geld verwaltet und Wirtschaftspolitik gemacht wird, finden sich heute mehr Frauen in Kaderpositionen – und zwar in zentralen Bereichen wie Finanzen und Controlling und nicht – wie vorher üblich – vorwiegend in den Bereichen Personal und Marketing.

Heute ist Island nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums das Land mit der gröss-ten Gleichberechtigung in Europa, gefolgt von Norwegen, Finnland und Schweden. Ein Gesetz verpflichtet isländische Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden, ihre Positionen in der Geschäftsleitung zu mindestens 40 Prozent mit Frauen zu besetzen. Das kann auch für die Schweiz ein Vorbild sein.




 Simone am 16:37:15 20.08.2018